Fuchsjagd
Nur 15 Reiter bei der 28. Gerstetter Fuchsjagd
Zu viele Reiter glaubten am Sonntag den Wetterfröschen und waren angesichts des prognostizierten Regenwetters zur 28. Parforcejagd des Reit- und Fahrvereins erst gar nicht angetreten. Den 15 „wetterfesten“ Fuchsjagdreitern, die der Einladung gefolgt waren, konnte 1. Vorsitzender und Jagdherr Günter Deichsel dann aber doch noch einen herbstblauen Gerstetter Himmel präsentieren.
Den Jägermarsch, den die Bläser der Kreisjägervereinigung zur Begrüßung im Parcours-gelände an der Sontberger Straße anstimmten, schien der Westwind zerreißen zu wollen. Den Manuskripten der Reden drohte das gleiche Schicksal.
Unter den Rotröcken, die im Parcoursgelände aufmarschiert waren, stellte Deichsel das Ehepaar Bosch vom Ulmer Harzerhof besonders heraus. Franz Bosch ist zehnfacher deutscher Trekking- meister, wirkte an den Drehorten der Karl-May-Filme im früheren Jugoslawien mit und brachte einst so mancher Filmgröße das Reiten bei. Da konnten selbst die Reitkünste König Friedrich I nicht mithalten. Auf sie kam Hans Bosch als Stellvertreter des Bürger- meisters zu sprechen. Seine Majestät hatte aus Anlass einer Parforcejagd 1912 mit seinem Hofstaat im Gerstetter „Pflug“ Quartier genommen und ging damit als 1. Fuchsjagdreiter in die Ortsgeschichte ein.
Nach soviel Besonderem ging es mit „Los“ und Peitschenknall auf die Strecke. Jaulend und bellend folgten die von Tierarzt Dr. Winfried Veitinger gehaltenen Hirschhunde der Duftfährte. Ihnen hinterher die 15 Frauen und Männer auf ihren Pferden. Wie üblich folgte dem Feld die Wagenkolonne der Zuschauer über Wallbach gen Gussenstadt.
Nach 2 1/2 Stunden und einer Pause im Sackental waren sie zurück, wurden mit Hörnerklang begrüßt und unter dem hell lodernden Lagerfeuer zum Vesper in die Reithalle eingeladen. Günter Deichsel und seine Freunde aber wurden nachdenklich. In Anbetracht der geringen Teilnehmerzahl und des hohen Vorbereitungsaufwandes könnte die 28. Gerstetter Parforcejagd zugleich auch die letzte gewesen sein.
Bericht:Uli Bischoff
Leider gab es nur wenige Teilnehmer bei der diesjährigen Fuchsjagd
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